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Zecken und Lyme-Borreliose
von mascha | 11. April 2010
Sobald das Wetter wieder milder wird, d.h. bei Temperaturen ab ca. 7°C, beginnt die Zeckensaison. Und unsere Hunde kommen nach Spaziergängen im Grünen mit diesen Biestern im Fell nach Hause, von denen es heißt, dass sie gefährliche Krankheiten übertragen. Was sollte man dazu wissen? Sind Impfungen sinnvoll?
Bei uns in Mitteleuropa sind zwei von Zecken übertragene Erreger am meisten gefürchtet: Die durch Borrelien (Bakterien) hervorgerufene Lyme-Borreliose und die virusinduzierte FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), eine Form der Hirnhautentzündung.
Dr. Roland Friedrich, Professor i.R. für Virologie und molekulare Onkologie am Universitätsklinikum Gießen, hat einen sehr informativen Artikel über die Lyme-Borreliose geschrieben, in dem alte und neue Erkenntnisse, Vorbeugung und Behandlung zusammengefaßt werden. Nachfolgend einige Auszüge, den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.
In Deutschland sind etwa 20-30% aller Zecken der Art “Gemeiner Holzbock” Träger von Borrelien; es gibt starke regionale Schwankungen. Erst ca. 16-24 Stunden nach Beginn des Saugaktes der Zecke gelangen die Borrelien in den Wirt. Glücklicherweise erkrankt aber nur ein sehr kleiner Teil der Menschen und ein noch kleinerer Teil der Hunde, wenn sie infiziert wurden. Eine Antibiotika-Therapie führt in der Regel zum Verschwinden der Symptome.
Interessant für Hundehalter ist der Unterschied der Krankheitssymptome bei Mensch und Tier:
- Bei Tieren ist die Infektion häufig, die Erkrankung jedoch selten, da i.d.R. eine natürliche Resistenz vorliegt.
- Ca. 90% aller Hunde, die in zeckenverseuchten Gebieten leben, tragen Borrelien-Antikörper, sind also “seropositiv”.
- Weniger als 0,1% der infizierten Hunde erkranken.
- Viele positive Diagnosen bei Hunden sind Fehldiagnosen.
Wie sinnvoll ist die vorbeugende Schutzimpfung gegen die Lyme-Borreliose, welche in Deutschland für Hunde erhältlich ist?
- 80-90% aller Infektionen beim Menschen werden in Europa durch Borrelia afzelii und Borrelia garinii verursacht.
- Der Impfstoff ist gegen Borrelia burgdorferi, die einzige in den USA vorkommende Borrelienart, gerichtet. Diese Art spielt allerdings in Deutschland eine untergeordnete Rolle, fehlt in einigen Regionen sogar ganz.
- An der Universität Leipzig konnte nachgewiesen werden, dass der Impfstoff keine Immunität gegen die bei uns häufigen Borrelienarten induziert. Bei der größten Zahl aller Infektionen ist sie somit wirkungslos.
- Bei dem Impfstoff handelt es sich um eine sog. Ganz-Keim-Vakzine, welcher in der Human-Medizin eine schlechte Verträglichkeit nachgesagt wird.
- Hunde, die häufig Zeckenkontakt haben, sind meist mit Borrelien infiziert und sozusagen natürlich geimpft worden. Sie haben bereits Antikörper gebildet.
- Die meisten serologischen Tests auf Borrelien (Tests auf Antikörper im Blut) sind schlecht und bringen einen hohen Anteil falscher Ergebnisse – falsch positiv wie auch falsch negativ. Daher ist die Borreliose bei Hunden kaum mit Sicherheit zu diagnostizieren. Oft sind die beobachteten Symptome auf andere Erkankungen zurück zu führen.
Falls Sie sich doch für eine Impfung entscheiden sollten, beachten Sie bitte folgendes:
- Um impfstoff-bedingten Erkrankungen vorzubeugen, wird empfohlen, keinesfalls in der Zeckensaison zu impfen!
- Es muss sicher gestellt sein, dass der zu impfende Hund gesund und borrelienfrei ist. Darum ist ein sorgfältiger Nachweis (Blutuntersuchung), dass keine Borrelien-Antikörper vorhanden sind, wichtig!
Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.
Absuchen der Hunde nach jedem Spaziergang und Vorbeugung mit Zeckenmitteln ist das Beste, was man gegen die Hunde-Borreliose kann.
Wobei man meiner Meinung nach auch bei den chemischen Zeckenmitteln (Halsbänder, Spot-on-Präparate) vorsichtig sein sollte, da sie bei einigen Hunde zu starken Nebenwirkungen führen können.
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